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Erziehungsstile

Max und Moritz oder Pippi Langstrumpf?

Autoritär, antiautoritär, demokratisch oder Laissez-faire – was heißt das überhaupt alles? Ein bestimmter Erziehungsstil erfordert gewisse Methoden und Erziehungsmaßnahmen.  Erfahren Sie hier mehr über das Thema Erziehungsstil.

Erziehung, Erziehungsstil

Ein Erziehungsstil bezeichnet die (durchgängige) Grundhaltung der Eltern, wie sie ihrem Kind gegenüber in verschiedenen Situationen und bei verschiedenen Verhaltensweisen begegnen. Es gibt verschiedenste Erziehungsstile und Erziehungskonzepte, die weit auseinander liegen können oder nur schwer voneinander zu trennen sind. Die gängigsten Erziehungsstile werden hier übersichtlich dargestellt und können interessierten Eltern einen ersten Eindruck von den Vor- und Nachteilen von einem bestimmten Erziehungsstil vermitteln.


Der autoritäre Erziehungsstil – du musst!

Der autoritäre Erziehungsstil beruht auf einer klaren Rollentrennung. Hier entscheiden die Erwachsenen (Eltern oder Erzieher). Sie lenken bei diesem Erziehungsstil das Denken und Verhalten des Kindes entsprechend ihrer Vorstellungen. Der autoritäre Erziehungsstil verwendet Befehle und Anordnungen, Drohungen und Einschüchterungen, Tadel und Zurechtweisung. Eine Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes findet bei dem Erziehungsstil eher selten statt.

Der autoritäre Erziehungsstil stellt hohe Anforderungen an das Kind, wobei es wenig emotionale Unterstützung erfährt. Durch einen strikten und organisierten Tagesablauf, der von den Eltern bei diesem Erziehungsstil vorgegeben wird, können Verantwortungsbewusstsein und eine starke Persönlichkeit schlechter ausgebildet sein. Manchen Kindern kann es an Spontanität, Kreativität und Selbstwertgefühl mangeln und es kann zu aggressivem Verhalten kommen.

Der autoritäre Erziehungsstil kann auch zu egozentrischer Sprachweise (ich, mich, mein, mir) des Kindes führen und ist als Nachahmung des elterlichen Sprachgebrauchs zu sehen. Trotzdem bleiben viele Kinder bei dem Erziehungsstil verschlossen und neigen dazu, sich unterzuordnen.

Der antiautoritäre Erziehungsstil – du kannst!

Der antiautoritäre Erziehungsstil ist ein zwangsfreier und auf Selbstentfaltung abzielender Erziehungsstil, der sich als Gegenpol zum autoritären Erziehungsstil versteht. Er resultiert aus der 1968er-Bewegung, die befürchtete, dass die unterdrückte Selbstentfaltung dem Kind in seiner Entwicklung schade.

Kinder können bei dem antiautoritären Erziehungsstil Persönlichkeit, Selbstbewusstsein, Kreativität und Gemeinschaftsfähigkeit frei entfalten. Bei diesem Erziehungsstil haben die Kinder viel Spielraum und Entscheidungsfreiheiten. Manche Eltern haben den antiautoritären Erziehungsstil teilweise falsch verstanden und ihre Kinder ganz ohne Grenzen erzogen. Dies hat dem antiautoritären Erziehungsstil seinen noch immer negativen Ruf beschert.

Heute wird der Begriff ‚antiautoritär‘ in der Regel nicht mehr verwendet, sondern mit demokratischer Erziehung und liberalen oder emanzipatorischen Leitgedanken gleichgesetzt.


Der demokratische Erziehungsstil – du darfst!

Der demokratische Erziehungsstil zeichnet sich durch die Förderung der Eigenaktivität und Selbständigkeit aus. Das Kind wird im demokratischen Sinne erzogen und gelenkt, wodurch es sich in der Gesellschaft orientieren kann. Seine Wünsche und Bedürfnisse werden gehört und beachtet. Ein ausgewogenes Verhältnis von Autorität und Freiheit kennzeichnet den demokratischen Erziehungsstil.

Eine Unterstützung der Entwicklung des Kindes findet bei diesem Erziehungsstil auch auf emotionaler Ebene statt. Die Kinder erfahren von den Eltern bei dem Erziehungsstil Akzeptanz, Wärme und Einfühlungsvermögen, woraus Vertrauen den Eltern und anderen gegenüber erwachsen kann.

Kinder, die mit dem demokratischen Erziehungsstil erzogen werden, zeigen einen komplexen Sprachgebrauch, welcher auf einer permanenten Kommunikation und Interaktion zwischen Eltern und Kind beruht. Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, emotionale Stabilität, Ausgeglichenheit und Leistungs- und Lernbereitschaft sind positive Begleiterscheinungen von dem demokratischen Erziehungsstil.

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