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Entwicklungsaufgaben des Schulkindes Teil 2

Jetzt kommt das logische Denken

In dem Alter der Schulpflicht machen Kinder Entwicklungsschritte, die neue Denkprozesse möglich machen. Gerade die Fähigkeit des logischen Denkens bildet sich nach der Theorie des renommierten Psychologen Jean Piagets – der die Denkentwicklung von Kindern in vier Stufen unterteilt – erst im Alter ab etwa sieben Jahren aus. Diese Entwicklungsschritte kommen in der Schule schnell zum Tragen und bilden eine gewisse Voraussetzung für die Anforderungen, die das Denken in der Schule mit sich bringt.

Zur Verdeutlichung dieser Denkentwicklung verwendet Piaget das Experiment und Beispiel eines Wasserglases. Das Wasser wird aus einem breiten Glas in eines gefüllt, das schmaler ist. Dort steht das Wasser nun höher. Während jüngere Kinder trotz Beiseins bei diesem Experiment davon ausgehen, dass sich in dem schmalen Glas mehr Wasser befindet, da es dort höher steht, greift bei Kindern ab sieben Jahren das logische Denken. Sie haben gesehen, es wurde weder etwas verschüttet, noch etwas hinzugefügt, also schlussfolgern sie, dass sich in dem Glas genauso viel Wasser befindet.

Kinder in diesem Alter beginnen also Schlüsse zu ziehen. Sie sind dadurch nicht mehr allein auf ihre Erfahrungen angewiesen, sondern können eigene logische Schlussfolgerungen anstellen und auf diese Weise Ausgänge bestimmen.


Abstraktes Denken ab zwölf

Im Alter ab von etwa zwölf Jahren entwickelt sich zudem die Fähigkeit des abstrakten Denkens, so dass aus abstrakten Sachverhalten logische Schlussfolgerungen getroffen werden können. Damit können Kinder eigene Überlegungen überprüfen und gedanklich durchspielen. Ihnen sind nun etwa Gedankenspiele und das Entwickeln logischer Konsequenzen der Art „was wäre, wenn…“ möglich.

Zeit der großen Fragen – die Aufklärung

Die Zeit der beginnenden Schulpflicht ist oft die Zeit der großen Fragen. Kinder suchen nach Antworten und möchten nun Vieles genauer wissen. Spätestens jetzt ist meistens auch das Thema Aufklärung eines, das sowohl Eltern als auch Kinder beschäftigt. Häufig tun sich Eltern nicht leicht bei der Frage, wann und wie sie ihre Kinder aufklären. Doch Schulkinder geben sich selten zufrieden mit der Geschichte von den Bienen und Blumen. Dabei – und das könnte einige Eltern beruhigen – interessiert Kinder in dieser Phase weniger die Sexualität oder der Zeugungsakt. Meistens finden sie es spannend, wie ein Baby im Mutterleib heranwächst.

Ein Schulkind sollte also nicht mehr davon ausgehen, dass die Babys vom Storch gebracht werden. Auf der anderen Seite brauchen Eltern auch nicht fürchten, vor ihren Kindern ihre sexuellen Praktiken erläutern zu müssen. Zwar sollte nicht unter den Tisch fallen gelassen werden, wie es dazu kommt, dass ein Baby im Bauch heranwachsen kann. Aber der Schwerpunkt auf die Entwicklung des Babys während der Schwangerschaft, ist oft das, was Kinder am meisten interessiert und Eltern mit weniger Scham vermitteln können.

Zahlreiche Bücher geben Eltern Tipps und Hilfe, wie das Thema Aufklärung angegangen werden kann. Spätestens bei beginnender Pubertät wird es dann noch einmal Zeit für eine Aufklärung aus einem anderen Blickwinkel.

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