Rebellion und Konflikte
Konflikte mit Aufständischen
Jugendliche, die Regeln brechen, sind nicht gleich Anarchisten. Was sie brauchen sind Grenzen. Schranken sollten Sinn machen. Und Eltern sollten sie einzuhalten vermögen.
Bellare. Ein lateinisches Verb, auf dem der Ausdruck „Rebell“ basiert. Es bedeutet kämpfen, Krieg führen. Jugendliche auf den Pfaden Che Guevaras? So weit geht das rebellische Potenzial von Jugendlichen dann meist doch nicht. Sie greifen nicht gleich zur Waffe. Alltäglicher sind normale Konfliktsituationen zwischen Eltern und Kindern. Der Nachwuchs bricht Regeln und überschreitet Grenzen. Beispiele für Ungehorsam: Das Zimmer ist nie aufgeräumt. Trotz täglicher Bitte. Oder, immer wieder kommt das Kind später als verabredet von einer Party nach Hause. Warum brechen Jugendliche Regeln?
Ursachenforschung
Eltern sollten zuerst die Gründe für rebellische Allüren ihrer Kinder bei sich selbst suchen. Sie können von Ihrem Kind nicht erwarten, Regeln einzuhalten, hinter denen Sie selbst gar nicht stehen. Sie sollten wissen, welches Verhalten des Teenagers für Sie akzeptabel ist und welches nicht. Oft stehen Erziehungsmaßnahmen von Eltern im völligen Widerspruch zu der Botschaft, die sie dem Jugendlichen senden. Der Tonfall, die Mimik und Gestik stimmen nicht mit den Worten der Eltern überein. „Okay einverstanden, dann bist du heute Nacht um drei zu Hause“, lässt die besorgte Mutter ihre 15-jährige Tochter wissen. Dabei spricht sie vorwurfsvoll. Sie fühlt sich unbehaglich.
Einerseits möchte sie nicht, dass ihr Kind zur späten Stunde noch draußen ist. Andererseits will sie auch nicht spießig wirken. Denn spießig waren ihre eigenen Eltern schon genug. Letztlich sollten sich Eltern aber beim Setzen von Grenzen genau überlegen, welche Gefühle überwiegen. Sollen manche Verhaltensweisen aus Imagegründen toleriert werden? Nur damit es nicht „uncool“ erscheint? Oder ist manches Benehmen des Kindes im tiefsten Inneren überhaupt nicht ertragbar?
Das Fehlen jeglicher klar formulierter Regeln hat Folgen. Und diese Folgen enden meist in Rebellion. Es sind die Kinder, die dann Eltern führen und leiten, statt umgekehrt. Der Nachwuchs erkennt, dass die Erziehungsberechtigten manipulierbar sind. Die Eltern werden nicht mehr ernst genommen. Das Kind hat keine klare Bezugsperson mehr. Es ist wird unsicher. Und kann nicht richtig beurteilen, was erlaubt oder verboten ist.
Grenzen setzen, Konflikte lösen
Für Ihren Nachwuchs sind Regeln wichtig. Vor allem wenn sie beharrlich gebrochen werden. Kinder nehmen Regeln und Grenzen als positive Zuwendung wahr. In der Diskussion über Grenzen und Regeln stellen sie fest, dass sie von ihren Eltern umsorgt werden. Um klare Regeln für Ihr Kind aufzustellen, können Sie einige Überlegungen im Vorfeld machen. Finden Sie heraus, welches Verhalten sie stört und welches sie abstellen wollen. Welches Verhalten Sie ertragen können und welches nicht. Überlegen Sie: Welche festen Regeln könnten bewirken, dass Ihr Alltag entspannter verläuft. Ohne, dass sie dauernd Fehlverhalten ihres Kindes monieren müssen.
Das Aufstellen eines Reglements ist nicht schwierig. Ihrem Kind wird es aber nicht immer leicht fallen, Regeln einzuhalten. Um ihr Kind zu mäßigen ist auch Ihre eigene Selbstdisziplin erforderlich. Beispielsweise können Sie nicht erwarten, dass Ihr Spross den Schreibtisch nicht aufräumt, wenn in Ihrem eigenen Arbeitszimmer chronisches Chaos herrscht. Achten Sie auch darauf, dass Sie gegenüber Ihrem Kind die richtigen Worte wählen und Ihre Anliegen eindeutig kommunizieren. Beispielsweise sollten Sie die Botschaft: „Ich benötige jetzt ein bisschen Zeit für mich“ nicht durch eine vage Formulierung wie „Geh doch nach Draußen“ verschleiern.
