Rituale und Erziehung
Vertrautes schafft Geborgenheit
„Früher hat mein Vater mir immer eine Geschichte vorgelesen.“ Unsere Kindheitserinnerungen spiegeln im Grunde wider, wie wichtig Rituale für Kinder sind.
Erziehung beginnt mit Ritualen und dem Rhythmus, sagen die Einen. Erziehung bedeutet Regeln und Grenzen, behaupten die Anderen. Wissenschaftler, Pädagogen und Ärzte streiten sich gerne mal, wann Erziehung von Kindern wirklich anfängt. Dass das erste Jahr das schwierigste sei, bekunden dann noch erfahrene Mütter und deren Mütter. Manche Eltern behaupten, dass die ersten Jahre die ruhigsten gewesen wären.
Wie auch immer das Empfinden ist, wichtig ist es, dem Kind von Anfang an Orientierung und Geborgenheit zu geben. Mit liebevoller Konsequenz und Durchhaltevermögen schaffen sich Eltern und Kind einen gemeinsamen Fahrplan, den sogenannten Rhythmus. Rituale helfen dem Kind sich zu orientieren, das Erkennen von etwas Vertrautem ist enorm wichtig.
Rhythmus entsteht mit dem Kind
Schon wenige Tage nach der Geburt beginnt ein Kind seine Welt um sich herum wahr zu nehmen und zu orientieren. Die Hamburger Diplom-Psychologin Renate Barth erklärt: „Das Baby sucht Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung. Es ist ein Grundbedürfnis jedes Babys, Regelmäßigkeiten zu entdecken“. So sind Eltern dazu angehalten, eine tägliche Routine aufzubauen und möglichst gleiche Abläufe zu haben.
Doch wie entsteht eigentlich ein Rhythmus? Dazu empfiehlt Frau Barth den Eltern, sich an ihren Kindern zu orientieren. Grundbedürfnisse eines Babys sind Schlafen, Nahrungsaufnahme und spielen. Diese Punkte können ohne Probleme in eine Art Routine verfallen und zu immer gleichen Zeitpunkten sattfinden. Dieser Plan ist natürlich nicht in Stein gemeißelt und ändert sich mit dem Alter des Kindes. Eltern müssen ihr Kind also ständig beobachten und den Alltag des Kindes auf die Bedürfnisse anpassen.
